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Victor Bulgari

Jener, der sich nicht wahrhaft verloren fühlt, verliert sich endgültig, das heißt, er wird sich nie selbst finden … José Ortega y Gasset

Превод: Ines Sebesta

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1.


Er war vom Laufen durch Tempelhof völlig fertig.

Nachdem er sich von der Wohnungsgesellschaft Pension Sanader Apartements am Mariendorfer Damm 48 für 350 Euro im Monat eine Einraumwohnung gemietet hatte, war er zum Rathaus am Tempelhofer Damm gegangen, um sich beim Einwohnermeldeamt registrieren zu lassen. Das Ganze hatte ihn etwa zwei Stunden gekostet.

Anschließend machte er einen Abstecher in den türkischen Imbiss Mangal am Mariendorfer Damm 50. Er bestellte sich einen Döner und holte sich, während er darauf wartete, im Laden gegenüber eine Flasche Bier. Die Inhaber waren Türken.

Das Mittag kam ihn 3,50 Euro.

Er wusste nicht, wie lange er für den Weg zur Agentur für Arbeit in der Gottlieb-Dunkel-Straße 43-44, das für die Einwohner von Tempelhof-Schöneberg zuständig war, brauchen würde, es gab dort hin nur einen Bus, der alle halbe Stunde fuhr.

Danach musste er noch ins JobCenter in der Wolframstraße 89-92 und zum Schluss ins Bequit - das Büro der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in der Colditzstraße 32 A.

Seinen Döner essend schrieb er sich die Adressen und Nummern der Busse heraus, die er nehmen musste und markierte sie in seiner Karte für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Wenn er auf jeder dieser Behörden, ohne die er keine Chance auf Arbeitslosenhilfe hatte, zwei Stunden zubrächte, und wenn er noch die entsprechenden Fahrzeiten hinzu rechnete, würde das im günstigsten Fall (keine Warteschlangen, freie Mitarbeite die ihn anhörten und an die richtigen Stellen verwiesen) zwei Arbeitstagen entsprechen. Mindestens.

Er hasste Behördengänge, doch es führte kein Weg daran vorbei.

Er musste diese Hölle durchschreiten, um auf staatliche Hilfe hoffen zu können, bis er eine Arbeit fand.

Sie würden ihm etwa 350 Euro pro Monat zahlen, zuzüglich der Wohnungsmiete und der Kosten für Heizung und Wasser. Und der Kosten für die Deutschstunden.

Mit 350 Euro für Essen und Bier würde er problemlos auskommen.

Wenn er noch irgendeinen Job fände, wäre er geradezu reich.

„Reich“, sagte er sich „Reichlich reich!“


„Selam aleykum!“, „Aleykum selam!“, hallten die Begrüßungen durch das Mangal am Mariendorfer Damm 50.

Zum Döner gab es kostenlos Tee – echten Trabzon Tee.

Der Inhaber des Imbisses, ein Mann in den Dreißigern namens Mesut, trug ein T-Shirt mit dem Konterfei Che Guevaras.

„Bulgar“, sagte er lächelnd. Dann schlug er sich mit der Faust aufs Herz, links von Ches Gesicht, und schob hinterher: „Komşu1“.

Mesut erklärte ihm, dass sein Vorhaben sinnlos sei. „Du suchst Arbeit, ja klar, aber das ist Zeitverschwendung. Jemanden zu finden, der dich nimmt, ist das Problem! Bulgaren hilft hier niemand.“ Nach einer kurzen Pause fuhr Mesut fort: „Obwohl, vielleicht hat sich ja irgendwas geändert, jetzt wo ihr in der EU seid. Kannst es ja probieren.“

Er nahm sich vor, Klinken zu putzen und eine Arbeit zu suchen. E

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