Мирела Иванова

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Spätnachmittag

Превод: Gabi Tiemann

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Ich liebte es zu lieben. Ich liebte es die Zimmer zu lieben,

sie mit Chaos zu besiedeln, mit obdachloser Zärtlichkeit,

mit erschütterndem Weinen, die Zimmer zu Hause

oder die Zimmer im Hotel „Bogota“, im „Sylter Hof“,

mein Lächeln strahlt vor der ungelüfteten Patina,

ich liebte es meine Arbeit zu lieben,

mich zu überschlagen, aber sie zu tun, ich liebte es,

die Orte zu lieben, meistens die unverhofften,

wo sich die Wunden öffnen oder heilen

und die Erinnerungen ein spinnwebfeiner Faden sind,

gerade so, dass ich mich nicht völlig von mir löse.

Ich liebte es meine plötzlichen Entscheidungen zu lieben,

als Klarheit schaffende Explosionen, sie zu befolgen,

ich liebte es, meine Einsamkeit zu lieben

sie umzuformen in Worten und Ritualen,

sie ausgedehnt in irgendeinem Café abzusitzen,

an einem Schaufenster, sie aufzuschreiben

in Tagebüchern, in Briefen zu erzählen,

sie zu verdichten oder zu verdünnen

wie ich, in eine Decke gehüllt,

am kühlen Spätnachmittag am „Ku’damm“ Champagner trinke,

am kühlen Rand der Trennung,

ich liebte es die Trennungen zu lieben,

aufgescheuchte Fledermäuse, es reicht tastend

den Schlüssel zu finden, das Licht anzuknipsen,

ich liebte es meine Überseinstimmung mit dem Alter zu lieben

und den Mut, es arm aber auf breitem Fuß zu leben,

das Reisefieber, die neurotische

Fröhlichkeit im siebten Himmel, auf Bahnhöfen und Gleisen,

meine verschwiegenen Vorahnungen, das Übergepäck

und die Eitelkeit, ich liebte liebte liebte es,

ich liebte es gnadenlos, langsam,

feierlich, bedrückend und begeistert, beredt

und grundlos, stürmisch und dunkel zu lieben

das fliehende

Leben.

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