Anton Baev

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Victor Bulgari

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Best Western Premier Hotel Steglitz

Auf der Welt gibt es nichts als Diamanten über Diamanten und nebenbei vielleicht das dürftige Geschenk der Enttäuschung. Francis Scott Fizgerald

Translated by: Ines Sebesta

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nspatron hatte ihn da fest in der Zange.

Der Kanon verbot ihm ein eheliches Leben, nicht aber uneheliche Nachkommen. Doch letztendlich sah aber nur Gott alles, nicht der ökumenische Patriarch.

Und so nahm der Pater das Leben in seiner ganzen Vielfalt hin, wie alle Geschöpfe Gottes es hinnahmen.

Er trug sein Kreuz, doch er trug auch einen Penis unter der Kutte, so war das nun mal.

Sein Eintritt in die griechisch-orthodoxe Kirche Steglitz im Westteil Berlins hatte das Kreuz für ihn leichter werden lassen und im selben Maße die Freiheit des Penis vergrößert.

Als er 40 war schenkte eine Afrikanerin ihm einen Sohn, mit 41 bekam er von einer Thai eine Tochter.

Er hatte genug Geld, seine unehelichen Kinder inklusive ihrer Mütter zu versorgen, wobei ihn das persönliche Leben letzterer nicht sonderlich interessierte; man soll sich nicht in Gottes Geschicke einmischen.

Bei all der Freiheit, die er bei seinem Dienst genoss, fühlte es sich für Bartholomäus unbefriedigend an, als Mann in den besten Jahren alleinstehend zu sein. Er wohnte in Grunewald,

einer der teuersten Gegenden Berlins, inmitten begrünter Einfamilienhäuser, in denen reiche Russen lebten.

Die Reichen veranstalteten oft Orgien, zu denen sie ihn, den Nachbarn mit einem heißen Draht zum orthodoxen Gott, einluden.

Gewöhnlich klangen die Orgien mit Prostituierten der gehobenen Klasse aus.

Bartholomäus als der Vertreter Gottes zahlte nie für solcherlei Vergnügungen. Es hätte auch niemand von ihm verlangt, dafür zu zahlen.

Der Pater verband die Arbeit mit dem Vergnügen; er lenkte den Geldstrom von den Orgien geradewegs in die Kirchenkasse und füllte nebenbei die Kirche mit neuen Anhängern.

Der Dienst an Gott forderte Opfer in jedweder Form, für Bartholomäus barg das keinen Konflikt, auch keinen interessenmäßigen.

Als er ihr erklärte, er wolle ein Kind von ihr, hätte Anna geschworen, dass er sie auf den Arm nahm.

Als er ihr jedoch die Arbeit in der Kirche anbot, dachte sie, dass dieser Scherz durchaus ausgelebt werden könne.

Im Süden des Landes, wo sie zur Welt kam, zahlten die Griechen allen albanischen Christen eine monatliche Rente von 320 Euro, das war seit einer gefühlten Ewigkeit so.

Sie hatte sich nie gefragt, warum.

Die Politik wollte es so.

Als sie hörte, dass die Eltern des Paters ebenfalls aus Südalbanien stammten, dachte Anna, das könne nicht wahr sein.

Es konnte, und zwar voll und ganz.

Und so begann Anna tagsüber als Englischlehrerin in der griechischen Kirche beim Rathaus Steglitz zu arbeiten und die

Abende in Gesellschaft des Paters im Best Western Premier Hotel Steglitz zu verbringen.

Letztendlich war es vorzuziehen, das Leben auszuleben.

Sie betraten die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die noch immer genau so stand, wie zu Ende des zweiten Weltkriegs, als die Bomben der Verbündeten das Dach herunter holten.

Anna konnte sich stundenla

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